Osterausfahrt 2022 an die Ardèche oder Machen wir doch Nudelsalat daraus

Nach einer zweijährigen Coronapause war es soweit: Endlich konnte wieder die traditionelle Osterausfahrt in den Süden Frankreichs, genauer gesagt an die Ardèche stattfinden. Nach einer staureichen Anfahrt mit Abstecher über Hüningen erreichten wir unseren schönen, direkt am Ufer des Flusses gelegenen Campingplatz, auf dem wir es uns in verschiedenen Unterkünften (Zelt, Womo, Mobile Home) gemütlich machten. Der Aufenthalt stand im Zeichen des Wassermangels und der Nudel: Morgendliches Grübeln über Wasserpegel verbunden mit der Frage, wo es noch fürs Paddeln ausreicht, wurde abends abgelöst von der Frage, was mit den restlichen Nudeln passieren soll.

 

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Auffällig oft wurde erstere Frage mit „Ardèche“ und letztere mit „Nudelsalat“ beantwortet – Ausnahmen bestätigen die Regel: An Tag 1 paddelten wir auf der schönen Ceze und abends gab es Nudeln mit leckerem Bärlauchpesto. Paddlerisches Highlight war sicherlich die knapp 30 km lange Fahrt durch die Ardèche-Schlucht, wo es Schleife um Schleife durch eine malerische Landschaft mit imposanten Steilwänden ging. Zwischenzeitliches Gequengel von der „Rückbank“ wurde pädagogisch umschifft (noch eine Kurve, das war die letzte Steilwand, letzte Stromschnelle, gleich sind wir da), bis wir es dann tatsächlich an den Ausstieg geschafft hatten und erschöpft, aber glücklich abklatschten. Die restlichen Tage paddelten wir kürzere, aber ebenfalls schöne Teilstücke der Ardèche. Kulinarisches Highlight war das gemeinsame Grillen unter dem Sternenhimmel und auch für ein Lagerfeuer mit Musik und Wein fand sich Zeit sowie für eine kleine Wanderung am paddelfreien Tag und für einen kurzen Marktbesuch. Aufgrund der begrenzten Auswahl der befahrbaren Abschnitte wegen der niedrigen Wasserstände war der Wildwassercharakter eher auf kurze Episoden mit langen Ziehstrecken beschränkt, aber für mich als „Neuling“ hätte ich mir keinen schöneren Einstieg vorstellen können und gelangweilt hat sich in dieser schönen Landschaft niemand. Insgesamt war uns auch der Wettergott wohlgesonnen und wir hatten eine tolle Woche mit nur wenig Regen. Vielen Dank an alle organisatorisch, planerisch und logistisch Beteiligten und natürlich vor allem an Steffen, der uns wie immer souverän durch alle heikleren Stellen navigierte (sowohl auf dem Wasser als auch mit dem Anhänger ;-))

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